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  • Bäuerin am Tisch

Die Geschichte Wie kam es eigentlich dazu?

Krieg und Frieden in Skandinavien, Krieg und Frieden mit der Hanse, die Geschichte Störtebekers und der Liekedeler ( Piraten ) ist von diesen Dingen stark beeinflusst worden.

Königin Margarethe I. von Dänemark wollte die Macht über Schweden und ihr war jedes Mittel recht. Unter ihrem Schutz gewannen die Piraten die Seehoheit in der Ostsee und wurden zum erbitterten Feind der Hanse. Die Hanse, ein Bund aus mehreren Städten entlang der norddeutschen Küste ( Hamburg, Bremen, Rostock und Wismar ) schickte damals Söldner aus, um die Piraten zu ergreifen. Doch Königin Margarethe konnte die Seeräuber und die Hanse versöhnen. Im Jahre 1386 wurde ein Friedensvertrag zwischen der Hanse und Dänemark geschlossen, und auf den Meeren war erst einmal Frieden. Anfang 1389 beherrschte Dänemark fast ganz Schweden, nur Stockholm, eine Stadt hanseatischer Kaufleute, leistete noch Widerstand. Die Dänen versuchten Stockholm zu gewinnen, in dem sie die Stadt belagerten und die Bevölkerung dadurch immer weniger Lebensmittel erhielt.

Die mecklenburgischen Städte Rostock und Wismar stellten für alle Kaperbriefe aus, die auf eigene Faust versuchten, dem dänischen Reich zu schaden und dadurch Stockholm zu helfen. Die Hansestädte baten auch ihre alten Feinde um Hilfe, und diese ließen nicht lange auf sich warten. Als Verbündete, genannt die Vitalienbrüder, weil sie Lebensmittel nach Stockholm durch die dänischen Linien brachten, gelang es den Piraten, die dänische Blockade zu brechen. Stockholm war wieder frei, Königin Margarethe zog ihre Truppen zurück und ein Jahr später kam es wieder einmal zum Frieden.

Eigentlich sollten sich auch die Freibeuter wieder auflösen, da der Krieg ja nun zu Ende war, aber das taten sie nicht. In Visby auf der Insel Gotland schlugen die Piraten ihr Hauptquartier auf und wurden wieder so aktiv, so dass sie nicht nur Dänemark und die Hanse gegen sich hatten, sondern auch den deutschen Ritterorden, der sich so langsam das Land ganz im Osten der Ostsee einverleibte. Dieser schickte nun eine mächtige Flotte in Richtung Visby. Angesichts der Übermacht flüchteten oder ergaben sich die Piraten.

Störtebeker und Gödeke Michel zogen an die Nordsee, damals noch Westsee genannt, denn die Hanseschiffe versprachen auch hier reiche Beute. An der Nordsee lebten damals etwas streitbare Friesen, die nicht nur mit der Hanse auf Kriegsfuß standen, sondern sich aber auch gerne untereinander bekämpften. Daher wurden die Piraten mit offenen Armen empfangen. Jeder Friesenstamm hatte so seine eigenen Mitstreiter bei den Stammesfehden.

In der damaligen „Hafenstadt“ Marienhafe ließen sich 1396 Störtebeker und ein Großteil der Piraten nieder. Nach einer schweren Sturmflut soll Marienhafe direkt an der Nordsee gelegen haben. Zur Zeit des Häuptlings Widzel tom Brok war das Geschlecht der tom Broks eines der mächtigsten Häuptlings-geschlechter und Marienhafe einer der wichtigsten Orte im Land der Friesen. Die Piraten nannten sich „Liekedeler“- geteilt wurde die „Briese“, also alles was die Piraten beim Kapern der Schiffe erbeuteten. Dieses Beutegut wurde auf dem Markt von Marienhafe verkauft oder einfach mit den Friesen geteilt. Daher sahen die Brookmerländer Störtebeker und die Piraten weniger als Seeräuber, sondern eher als Verbündete in so manchen kriegerische Streitereien mit der Hanse.

Daran erinnerte man sich mehrere hundert Jahre später und so kam es, dass 1996 nach genau 600 Jahren Störtebeker und seine Vitalienbrüder im Rahmen des 1. Störtebeker Freilichtspiels „För’t lieke Deel“ wieder nach Marienhafe zurück kamen. Auch die Erfolge der Freilichtspiele 1999 - „Een för all un all för een“, 2002 – „Gold, Füür un Isen“, 2005 – „Free as de See un de Freesen“, 2008 – „De See gifft, de See nimmt“und 2011 - "Gotts Fründ un allerwelts Feind" übertraf alle Erwartungen der Veranstalter, so dass im Sommer 2014 vom 18. Juli bis zum 15. August die 7. Auflage der Freilichtspiele auf dem Marktplatz in Marienhafe stattfinden wird.

 

Freilichtspiele Marienhafe

Klaus Störtebeker: Unter dem Motto "Keen Nüst för Störtebeker" finden im Sommer 2014 die VII. Freilichtspiele in Marienhafe statt. Weitere Infos erhalten Sie unter Tel. 04934 81888. Ticketverkauf ab 5. Dezember 2013.

Spielzeiten:

Juli
Fr. 18.07., Sa. 19.07., So. 20.07., Di. 22.07.,
Mi. 23.07., Fr. 25.07., Sa. 26.07., So. 27.07.,
Di. 29.07., Mi. 30.07.
August
Fr. 01.08., Sa. 02.08., So. 03.08., Di. 05.08.,
Mi. 06.08., Fr. 08.08., Sa. 09.08., So. 10.08.,
Di. 12.08., Mi. 13.08., Fr. 15.08.
Aufführungsbeginn: 20:30 Uhr
Einlass: ab 20:00 Uhr